Sagalino

Nach Alter · 7–8 Jahre

Die besten Kinderbücher für 7- bis 8-Jährige: das erste eigene Buch

6 Min. Lesezeit3 Quellen4 Bücher

Illustration: erste eigene Kapitelbücher für Sieben- bis Achtjährige

In der zweiten Klasse entscheidet sich, ob Lesen anstrengend bleibt oder selbstverständlich wird. Der Fachbegriff dafür ist Leseflüssigkeit, und gemeint ist eine einfache Sache: Solange ein Kind Wörter entziffern muss, kann es nicht gleichzeitig verstehen, was da steht.

Unten steht, was in dieser Phase hilft, warum das Wiederlesen desselben Buches mehr bringt als das nächste neue, und welche vier Bücher zu diesem Jahr passen.

Hintergrund

Was in dieser Phase zählt

  • Leseflüssigkeit ist die Schwelle. Wer noch entziffert, hat keine Kapazität für den Sinn. Erst wenn das Worterkennen automatisch läuft, wird aus Lesen Verstehen.
  • Wiederlesen wirkt. Denselben Text mehrfach zu lesen, ist eines der belegten Verfahren, um Leseflüssigkeit aufzubauen. Ein Kind, das sein Lieblingsbuch zum fünften Mal liest, vergeudet keine Zeit.
  • Reihen schlagen Einzeltitel. Wer die Welt und die Figuren schon kennt, muss beim nächsten Band nur noch lesen. Das ist der ganze Vorteil, und er ist groß.
  • Vorlesen bleibt. Das Hörverstehen liegt in diesem Alter Jahre über dem Lesevermögen. Wer nur noch das liest, was er selbst schaffen kann, bekommt sprachlich weniger als vorher.
Empfehlungen

Vier Bücher für die zweite Klasse

Keine Rangfolge, und bewusst nur vier. Die Altersangaben stammen vom Verlag der genannten Ausgabe. Alle vier sind Reihenanfänge, damit auf das erste eigene Buch ein zweites folgen kann.

  1. 01

    Das Sams 1. Eine Woche voller Samstage

    Paul Maar · Verlag Friedrich Oetinger, 1973 · 7–10 Jahre

    Das Buch spielt mit Sprache, bis sie auffällt: Reime, Wortspiele, erfundene Wörter. Genau in dem Jahr, in dem ein Kind Sprache zum ersten Mal von außen betrachtet, ist das die passende Beschäftigung. Dazu eine Hauptfigur, die alles darf, was Herr Taschenbier sich nicht traut.

  2. 02

    Hexe Lilli (Reihe)

    Knister · Bilder: Birgit Rieger · Arena, 1992 · ab 7 Jahren

    Kurze Bände, immer dieselbe Ausgangslage, jedes Mal ein anderer Schauplatz. Für die zweite Klasse ist das die brauchbarste Bauform überhaupt: Der Einstieg kostet nichts, weil man die Welt schon kennt, und der Umfang ist an einem Wochenende zu schaffen.

  3. 03

    Die Schule der magischen Tiere (Reihe)

    Margit Auer · Bilder: Nina Dulleck · Carlsen, 2013 · ab 8 Jahren

    Der Kniff ist die Vielzahl der Kinder: Jeder Band rückt andere Figuren nach vorn, und fast jedes Kind findet eine, die ihm ähnlich ist. Für Leserinnen am unteren Rand der Altersangabe funktioniert die Reihe auch als Vorlesebuch.

  4. 04

    Ronja Räubertochter

    Astrid Lindgren · Bilder: Ilon Wikland · Verlag Friedrich Oetinger, 1981 · ab 8 Jahren

    Das anspruchsvollste Buch dieser Liste und deshalb eher zum Vorlesen. Es erzählt von einem Kind, das sich gegen den eigenen Vater stellt und trotzdem nicht aufhört, ihn zu lieben. Dieser Konflikt trifft genau die Phase, in der Kinder anfangen, Erwachsene nicht mehr automatisch für Recht zu halten.

    Inhaltshinweis: Zwei verfeindete Räuberfamilien, es wird gedroht und gekämpft. Ronja und Birk verbringen einen Winter in Kälte und Gefahr.

Fragen

Häufig gefragt

Welche Bücher eignen sich für die zweite Klasse?

Reihenanfänge mit überschaubarem Umfang, weil der Einstieg beim zweiten Band nichts mehr kostet. Das Sams, Hexe Lilli und Die Schule der magischen Tiere funktionieren so. Zum Vorlesen darf es deutlich anspruchsvoller sein, etwa Ronja Räubertochter.

Mein Kind liest immer dasselbe Buch. Ist das schlecht?

Im Gegenteil. Denselben Text mehrfach zu lesen ist eines der belegten Verfahren, um Leseflüssigkeit aufzubauen. Wer ein Buch schon kennt, muss die Wörter nicht mehr entziffern und übt genau das Automatisieren, auf das es in dieser Phase ankommt.

Sollte man mit sieben oder acht noch vorlesen?

Ja. Das Hörverstehen liegt in diesem Alter Jahre über dem eigenen Lesevermögen. Wer nur noch das liest, was er selbst schafft, bekommt sprachlich weniger als im Jahr davor. Vorlesen und Selbstlesen sind in dieser Phase zwei verschiedene Dinge, die beide stattfinden sollten.

Was ist Leseflüssigkeit, und warum ist sie so wichtig?

Gemeint ist, dass Worterkennen automatisch abläuft. Solange ein Kind Buchstaben zusammensetzen muss, bindet das seine ganze Aufmerksamkeit, und für den Sinn des Satzes bleibt nichts übrig. Erst mit der Flüssigkeit wird aus Lesen Verstehen, und genau diese Schwelle liegt in der zweiten Klasse.

Belege

Quellen

  1. 1.Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache: Basiswissen Leseflüssigkeit.Belegt: Leseflüssigkeit als Voraussetzung des Sinnverstehens und das wiederholte Lesen desselben Textes als wirksames Verfahren.
  2. 2.Bundesministerium: IGLU 2021. Lesekompetenz von Viertklässlerinnen und Viertklässlern im internationalen Vergleich.Belegt: Stand der Lesekompetenz am Ende der Grundschule in Deutschland.
  3. 3.Stiftung Lesen: Vorlesestudie und Vorlesemonitor.Belegt: Dass Vorlesen auch nach dem Lesenlernen wirkt und in dieser Altersgruppe stark zurückgeht.

In eigener Sache

Eine Geschichte, die dem eigenen Kind gehört

In diesem Jahr entscheidet sich, ob Lesen zur Gewohnheit wird. Dabei hilft alles, was ein Kind freiwillig noch einmal in die Hand nimmt.

Bei Sagalino entsteht eine eigene Geschichte mit dem Namen des Kindes und in einem von dreizehn Illustrationsstilen. Die komplette Geschichte liest du gratis, bezahlt wird erst danach.

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