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Die kleine Raupe Nimmersatt: ab welchem Alter, und was darin steckt
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Die kleine Raupe Nimmersatt steht in fast jedem Kinderzimmer, und trotzdem stimmen die Altersangaben nicht überein. Gerstenberg führt die Pappausgaben ab zwei Jahren und die Papierausgabe mit den gestanzten Seiten ab drei. Es geht um dieselbe Geschichte.
Unten steht, woran dieser Unterschied liegt, was in dem Buch außer Obst und Kuchen noch drinsteckt und ob es daran etwas zu diskutieren gibt. Die Antwort auf die letzte Frage fällt kurz aus: fast nichts. Den einen Punkt, den es gibt, hat Eric Carle selbst beantwortet.
Die Kurzfassung
- Ab 2 Jahren für die Pappausgaben, ab 3 Jahren für die Papierausgabe mit den gestanzten und zum Teil verkürzten Seiten. Beide Angaben stammen vom Verlag.
- Erschienen 1969. Gerstenberg nennt auf der Produktseite über 60 Millionen verkaufte Exemplare weltweit.
- Keine Kontroverse. Diskutiert wird eine einzige Stelle: Die Raupe baut einen Kokon, obwohl Schmetterlinge sich in aller Regel ohne Kokon verpuppen. Eric Carle hat das erklärt.
Worum es geht
Aus einem Ei schlüpft eine Raupe, und sie hat Hunger. Von Montag bis Freitag frisst sie sich durch Obst, ein Stück am Montag, zwei am Dienstag, bis zu fünf am Freitag. Am Samstag kommt alles auf einmal: Kuchen, Eis, Gurke, Wurst, Lutscher und einiges mehr. Danach hat sie Bauchweh.
Am Sonntag frisst sie ein grünes Blatt, und es geht ihr besser. Sie ist inzwischen dick geworden, baut einen Kokon, bleibt zwei Wochen darin und kommt als Schmetterling wieder heraus.
Das ist die ganze Geschichte. Sie kommt ohne Gegenspieler aus, ohne Konflikt und mit sehr wenigen Sätzen. Getragen wird sie von den Löchern im Papier und davon, dass etwas von Seite zu Seite wächst.
Ab welchem Alter, und warum es zwei Angaben gibt
Gerstenberg führt den Titel in mehreren Ausstattungen, und die Altersangabe hängt an der Ausstattung. Die Pappausgabe und die große Pappausgabe stehen mit ab 2 Jahren im Programm, die Papierausgabe mit ab 3 Jahren. Die klitzekleine Ausgabe für die Jackentasche ebenfalls ab 3.
Der Unterschied liegt am Papier. Die Papierausgabe ist die Originalausstattung: 32 Seiten, davon etliche zu schmalen Streifen verkürzt, damit die Wochentage übereinanderliegen. Solche Streifen halten einem Zweijährigen selten lange stand. Die Pappausgaben haben 26 Seiten und dickere Blätter.
Die gestanzten Fraßlöcher haben beide. Der Verlag beschreibt sie bei den Papp- und bei den Papierausgaben gleich. Wer die Pappausgabe kauft, verliert also nicht den Teil, wegen dem Kleinkinder das Buch überhaupt anfassen.
Anschauen funktioniert deutlich früher als zwei. Finger durch die Löcher stecken ist das Erste, was Kinder damit machen. Vorlesen trägt ab zwei. Selbst lesen ist ab der ersten Klasse möglich, weil der Text kurz ist und sich stark wiederholt.
Was in dem Buch steckt
Der Verlag zählt es selbst auf: Wochentage, Früchte, Zahlen und die Metamorphose. Das klingt nach Werbetext und lässt sich am Buch nachprüfen. Dabei zeigt sich auch, wo die Grenzen liegen.
Zählen geht von Montag bis Freitag, also von eins bis fünf, mit sichtbaren Mengen auf der Seite. Am Samstag hört das auf. Wer mit dem Buch zählen übt, hat fünf Seiten dafür und danach eine Seite, auf der es um etwas anderes geht.
Die Wochentage laufen einmal komplett durch, in der richtigen Reihenfolge, jeweils am Satzanfang. Für Kinder, die gerade anfangen, sich für „morgen“ und „gestern“ zu interessieren, ist das ein brauchbares Gerüst.
Die Verwandlung steht am Ende und ist der Teil, den Kinder am längsten behalten. Eric Carle hat sie als Hoffnungsbotschaft beschrieben, in der Fassung, die der Verlag zitiert: „Ich kann auch groß werden. Ich kann meine Flügel (meine Talente) auch ausbreiten und in die Welt fliegen.“
Gibt es daran etwas zu diskutieren?
Eine echte Kontroverse gibt es nicht. Keine nachträglich geänderten Wörter, keine Debatte um den Autor, keine strittigen Begriffe im Text. Wir haben ausdrücklich danach gesucht und nichts gefunden.
Was regelmäßig auffällt, ist der Kokon. Schmetterlinge verpuppen sich in aller Regel frei, als Puppe, ohne Gespinst. Eric Carle kannte den Einwand und hat ihn zweimal beantwortet. Sachlich: Es gibt eine seltene Gattung, Parnassius, die sich sehr wohl in einem Kokon verpuppt. Und persönlich: Sein Vater habe zu ihm gesagt, er solle aus seinem Kokon herauskommen. Carles eigenes Fazit dazu lautet, hier habe die Poesie über die Wissenschaft gesiegt.
Der zweite Punkt betrifft das Essen. Das Buch wird oft für Ernährungsthemen eingesetzt: viel Süßes am Samstag, Bauchweh, dann ein grünes Blatt. Im Text steht das so nicht. Die Raupe frisst, weil sie wachsen muss, und der Kuchen gehört zum Wachsen dazu. Wer daraus eine Ernährungslehre macht, legt mehr hinein, als dasteht.
Was wir geprüft und verworfen haben: Uns begegnete die Vermutung, den Pappausgaben fehlten die gestanzten Löcher. Nach den Angaben des Verlags stimmt das nicht. Die Beschreibung der Fraßlöcher steht bei jeder Ausstattung.
Häufig gefragt
Ab welchem Alter ist Die kleine Raupe Nimmersatt geeignet?
Gerstenberg gibt für die Pappausgaben ab 2 Jahren an und für die Papierausgabe mit den gestanzten, zum Teil verkürzten Seiten ab 3 Jahren. Anschauen funktioniert deutlich früher, weil Kleinkinder als Erstes die Finger durch die Löcher stecken. Selbst lesen klappt ab der ersten Klasse, weil der Text kurz ist und sich stark wiederholt.
Warum steht bei demselben Buch einmal ab 2 und einmal ab 3 Jahren?
Weil sich die Ausstattungen unterscheiden. Die Originalausgabe hat 32 dünne Papierseiten, von denen viele zu schmalen Streifen verkürzt sind, damit die Wochentage übereinanderliegen. Diese Streifen reißen leicht, deshalb steht dort ab 3 Jahren. Die Pappausgaben haben 26 dicke Seiten und stehen ab 2 Jahren.
Haben die Pappausgaben auch die Fraßlöcher?
Ja. Der Verlag beschreibt die gestanzten Raupenfraßlöcher bei den Pappausgaben genauso wie bei der Papierausgabe. Was den Pappausgaben fehlt, sind die zu schmalen Streifen verkürzten Seiten der Originalausstattung.
Warum baut die Raupe einen Kokon, obwohl Schmetterlinge eine Puppe bilden?
Eric Carle hat das selbst beantwortet. Er verwies erstens darauf, dass es eine seltene Gattung gibt, Parnassius, die sich tatsächlich in einem Kokon verpuppt. Zweitens erzählte er, sein Vater habe ihm als Jungen gesagt, er solle aus seinem Kokon herauskommen. Für ihn habe es deshalb falsch geklungen, das Wort Puppe zu verwenden, und die Poesie habe über die Wissenschaft gesiegt.
Quellen
- 1.Gerstenberg Verlag: Produktseite „Die kleine Raupe Nimmersatt“, große Pappausgabe.Belegt: Altersempfehlung ab 2 Jahren für die Pappausgabe, 26 Seiten, sowie die Beschreibung der gestanzten Raupenfraßlöcher und der Wochentage, Früchte, Zahlen und Metamorphose.
- 2.Gerstenberg Verlag: Produktseite „Die kleine Raupe Nimmersatt“, Papierausgabe.Belegt: Altersempfehlung ab 3 Jahren für die Originalausgabe mit gestanzten und zum Teil verkürzten Papierseiten, Hardcover, 32 Seiten.
- 3.Gerstenberg Verlag: Produktseite „Die kleine Raupe Nimmersatt“, klitzekleine Ausgabe.Belegt: Altersempfehlung ab 3 Jahren, 32 Seiten, Hardcover, und die Angabe von über 60 Millionen verkauften Exemplaren.
- 4.Gerstenberg Verlag: Blogbeitrag über Eric Carle und die Raupe Nimmersatt.Belegt: Erscheinungsjahr 1969.
- 5.Eric Carle: FAQ auf der offiziellen Website des Autors.Belegt: Carles eigene Begründung für den Kokon: der Hinweis auf die Gattung Parnassius, der Satz seines Vaters und sein Fazit, die Poesie habe über die Wissenschaft gesiegt.
In eigener Sache
Eine Geschichte, die dem eigenen Kind gehört
Was die Raupe seit 1969 kann: Sie macht Wachsen sichtbar. Ein Kind blättert um und sieht, dass etwas größer geworden ist. Das ist der ganze Trick, und er hält seit über fünfzig Jahren.
Bei Sagalino entsteht eine eigene Geschichte mit dem Namen des Kindes und in einem von dreizehn Illustrationsstilen. Die komplette Geschichte liest du gratis, bezahlt wird erst danach.
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