Klassiker einordnen · Pettersson und Findus
Pettersson und Findus: ab welchem Alter, und welche Ausgabe wann
6 Min. Lesezeit8 Quellen

Hier ist die Altersangabe ausnahmsweise eindeutig: Alle neun Bilderbücher der Reihe tragen bei Oetinger „ab 4 Jahren“. Das ist selten und macht die Auskunft trotzdem unvollständig.
Denn um diese neun herum liegen Ausgaben desselben Stoffs mit ganz anderen Angaben, von einem Pappbilderbuch ab zwei bis zu einem Vorlesebuch mit 128 Seiten ab sechs. Unten steht, welche wann passt und womit man anfängt.
Die Kurzfassung
- Neun Bilderbücher, alle „ab 4 Jahren“. Der Verlag fasst sie selbst als Reihe zusammen, von „Eine Geburtstagstorte für die Katze“ 1984 bis „Findus zieht um“ 2013. Die Altersangabe ist über alle neun identisch.
- Daneben reicht die Spanne von 2 bis 7. „Wie Findus zu Pettersson kam“ gibt es als Riesen-Pappbilderbuch mit „ab 2 Jahren“, also derselbe Stoff zwei Jahre früher. Erstlesefassungen laufen bei „7+“.
- Ein Band fällt aus der Reihe. „Morgen, Findus, wird's was geben“ von 1995 hat 128 Seiten statt 32 und ist als „Weihnachtliches Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren“ ausgezeichnet. Es gehört deshalb auch nicht in den Neuner-Schuber.
- Der Deutschlandstart war 1984. Das schwedische Original Pannkakstårtan und die deutsche Erstausgabe erschienen im selben Jahr, übersetzt von Angelika Kutsch. Oetinger nennt für Deutschland über 9,4 Millionen verkaufte Produkte und Übersetzungen in 29 Sprachen.
Worum es geht
Ein alter Mann lebt allein auf einem Hof in Schweden, bis er einen Kater bekommt, der sprechen kann und deutlich mehr Ideen hat als er. Aus dieser Verteilung entstehen die Geschichten: Findus will etwas, Pettersson baut dafür eine umständliche Maschine, und am Ende geht etwas schief.
Sven Nordqvist, 1946 in Helsingborg geboren, hat Architektur studiert, und man sieht es den Bildern an. Für den ersten Band brauchte er, wie er selbst sagt, einen alten Mann mit einer sprechenden Katze, weil er früher Katzen hatte. Eine Reihe war nicht geplant.
Und dann sind da die Mucklas. Kleine trollartige Wesen, die unter dem Küchenfußboden wohnen und ständig etwas tun. Pettersson sieht sie nicht, Findus schon. In fast allen Bänden sprechen sie kein einziges Wort, sie sind reine Bildebene. Genau sie sind der Grund, warum Kinder dieselbe Doppelseite zehnmal ansehen.
Welche Ausgabe wann
Ab 2 Jahren: die Pappbilderbücher. Das Riesen-Pappbilderbuch zu „Wie Findus zu Pettersson kam“ und das Wimmelbuch arbeiten nur über Bilder. Für Zweijährige ist das der richtige Einstieg, weil sie beim Suchen mitmachen können, ohne einer Handlung folgen zu müssen.
Ab 4 Jahren: die neun Bilderbücher. Das ist die eigentliche Reihe. 32 Seiten, eine abgeschlossene Geschichte, und eine zweite Ebene an den Rändern, die man erst beim dritten Vorlesen entdeckt. Anfangen kann man bei jedem Band; wer die Vorgeschichte will, nimmt „Wie Findus zu Pettersson kam“.
Ab 6 Jahren: das lange Weihnachtsbuch. „Morgen, Findus, wird's was geben“ ist mit 128 Seiten ein anderes Format und eignet sich als Adventsvorlesebuch über mehrere Abende, nicht als Bilderbuch für einen.
Ab 7 Jahren: die Erstlesefassungen. Wie überall liegt die Zahl hier höher, weil das Kind selbst liest.
Nach unten funktioniert die Reihe früher, als die Vier vermuten lässt, wenn man statt vorzulesen fragt. Ein Dreijähriger findet die Hühner und den umgekippten Eimer, auch ohne den Text.
Worüber diskutiert wird
Ist die Bildfülle zu viel? Das ist der wiederkehrende Einwand. Eine literaturwissenschaftliche Arbeit beschreibt die Bände als Fall, in dem Text und Bild sich zu einer Erzählung ergänzen, die keines von beiden allein trägt, und sieht darin den Wert für die Entwicklung des Bildlesens. Praktisch heißt das: Wer erwartet, in zehn Minuten durchzukommen, wird ungeduldig. Wer die Seite offen liegen lässt, nicht.
Der lange Band. „Wie Findus zu Pettersson kam“ ist deutlich textreicher als die übrigen, und mindestens eine Rezension nennt ihn beim Vorlesen ermüdend. Das ist keine Kritik am Buch, sondern ein Hinweis auf die Abendplanung.
Und die Verfilmungen. Sie sind bei Kindern beliebt und werden von Kritikern unterschiedlich gesehen, unter anderem mit dem Einwand, sie seien alberner als die Bücher. Für die Frage, ab wann ein Kind die Bücher versteht, spielen sie keine Rolle.
Ein Preis speziell für einen der neun Bände ließ sich nicht belegen. Nordqvist bekam 1989 die schwedische Elsa-Beskow-Plakette, und 1988 stand „Ein Feuerwerk für den Fuchs“ auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendliteraturpreises.
Häufig gefragt
Ab welchem Alter sind Pettersson und Findus geeignet?
Die neun Bilderbücher der Reihe sind bei Oetinger einheitlich mit „ab 4 Jahren“ ausgezeichnet. Daneben gibt es Pappbilderbücher mit denselben Figuren ab 2 Jahren, ein 128-seitiges Vorlesebuch ab 6 und Erstlesefassungen ab 7.
In welcher Reihenfolge liest man die Bände?
Eine feste Reihenfolge braucht es nicht, jede Geschichte steht für sich. Wer die Vorgeschichte möchte, beginnt mit „Wie Findus zu Pettersson kam“ von 2002, obwohl es nicht der erste erschienene Band ist. Der erste war 1984 „Eine Geburtstagstorte für die Katze“.
Was sind die Mucklas?
Kleine trollartige Wesen, die unter dem Küchenfußboden von Petterssons Haus leben und immer in Bewegung sind. Pettersson kann sie nicht sehen, Findus schon. In fast allen Bänden sagen sie kein Wort, sie passieren nur im Bild.
Wie viele Bände gehören zur Reihe?
Neun Bilderbücher, die der Verlag selbst als Reihe zusammenfasst. Dazu kommen Beschäftigungs-, Wimmel- und Erstlesebücher sowie das lange Weihnachtsbuch „Morgen, Findus, wird's was geben“, das wegen seines Umfangs nicht dazugezählt wird.
Eignen sich die Bücher schon für Dreijährige?
Zum Anschauen ja, zum Vorlesen am Stück meist noch nicht. Bei dieser Reihe lohnt es sich, statt vorzulesen zu fragen: Wo ist der Eimer umgekippt, was macht das Huhn da. Für dieses Betrachten gibt es außerdem die Pappbilderbücher ab 2 Jahren.
Quellen
- 1.Verlagsgruppe Oetinger: Pettersson und Findus, Eine Geburtstagstorte für die Katze.Belegt: Der erste Band, Übersetzung Angelika Kutsch, 32 Seiten, ISBN 978-3-7891-6170-4, Altersangabe „ab 4 Jahren“.
- 2.Verlagsgruppe Oetinger: Chronik des Verlags.Belegt: Das deutsche Erscheinungsjahr 1984 für den ersten Pettersson-und-Findus-Band.
- 3.Verlagsgruppe Oetinger: Mein Pettersson und Findus Bilderbuchschatz.Belegt: Die Zusammenfassung der Reihe zu neun Bilderbüchern und die einheitliche Altersangabe „ab 4 Jahren“.
- 4.Verlagsgruppe Oetinger: Wie Findus zu Pettersson kam, Riesen-Pappbilderbuch.Belegt: Dieselbe Geschichte als Pappbilderbuch mit Altersangabe „ab 2 Jahren“, 24 Seiten.
- 5.Verlagsgruppe Oetinger: Morgen, Findus, wird's was geben.Belegt: Weihnachtliches Vorlesebuch mit 128 Seiten und Altersangabe „ab 6 Jahren“, erschienen 1995.
- 6.Verlagsgruppe Oetinger: Pettersson und Findus, Themenseite zu den Mucklas.Belegt: Die Mucklas als trollartige Wesen unter dem Küchenfußboden, die Pettersson nicht sehen kann und Findus schon.
- 7.Verlagsgruppe Oetinger: Pressemappe 40 Jahre Pettersson und Findus.Belegt: Sven Nordqvist geboren am 30. April 1946 in Helsingborg, seine eigene Aussage zur Entstehung des ersten Bandes, über 9,4 Millionen verkaufte Produkte in Deutschland und 29 Sprachen.
- 8.Svensk biblioteksförening: Preisträger der Elsa-Beskow-Plakette.Belegt: Die Auszeichnung an Sven Nordqvist im Jahr 1989.
In eigener Sache
Wenn an den Rändern das eigene Kind unterwegs ist
Was diese Bücher so lange hält, ist die zweite Ebene: Während vorne die Geschichte läuft, passiert am Rand etwas anderes, und das gehört dem Kind allein. Vorlesende übersehen es regelmäßig.
Bei uns entsteht eine Geschichte mit dem eigenen Kind als Hauptfigur, mit seinem Namen und in einem von über zwanzig Illustrationsstilen. Eine Wimmelebene wie bei Nordqvist bauen wir nicht, dafür braucht es ein durchgehendes Bild über die volle Doppelseite. Die komplette Geschichte liest du gratis, bezahlt wird erst danach.
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